Schwangerschafts- und Stilldemenz: Wenn die Hormone regieren

Schwangerschafts- und StilldemenzWas wollte ich gerade nochmal tun? Welchen Termin hatten wir ausgemacht? Wie hieß nochmal diese schöne Blume? Die Umwelt schüttelt oft nur den Kopf und der künftige Papa erkennt seine einst durchorganisierte Partnerin kaum wieder –  die meisten Schwangeren kennen dies: Vergessligkeit, Verwirrheit oder sogar Wortfindungsstörungen sind Phänomene, welche die Organisation des Alltags durcheinander bringen können.

Hormone stellen alles auf den Kopf

Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese „Schwangerschaftsdemenz“ durch den veränderten Hormonhaushalt verursacht wird. Die Hormone stellen also mal wieder alles auf den Kopf. Als hätte man als Schwangere nicht schon genug mit tränenreichen Gefühlsschwankungen, Nestbautrieb und steigendem Körpergewicht zu kämpfen. Nein die Natur will es offenbar anders und nimmt einem auch noch einen Teil der Leistungsfähigkeit des Gehirns weg. Übrigens: Nach aktuellen Studien, ist auch das vorausschauende Gedächtnis betroffen –  damit wird es einer schwangeren Frau auch noch genommen, komplexe Abläufe zu organisieren oder langfristig zu planen.

Immerhin: Am Ende der verwirrten Kugelzeit wird man mit dem schönsten Geschenk überhaupt belohnt:) und auch die Denkfähigkeit setzt wieder ein. Allerdings erst nach der Stillzeit, in der dann die sogenannte „Stilldemenz“ herrscht. Denn auch nach der Geburt sorgen die Hormone Oxytocin und Prolaktin weiter für Wirbel im Kopf und zu einer Fokussierung auf den Säugling. Andere Themen sind da erst einmal außen vor.

Die Stilldemenz austricksen

Aleyd von Gartzen, Beauftragte für Stillen und Ernährung beim Deutschen Hebammenverband, erklärt dazu im im Apothekenmagazin „Baby und Familie„: „Die Mutter ist ganz auf das Baby konzentriert, anderes wird unwichtiger und somit gern vergessen“. Wer immer wieder etwas vergisst, könne sich mit diesen Tricks helfen: Für möglichst alles einen festen Platz schaffen: Schlüssel, Portemonnaie, Brille oder Handtasche immer an den gleichen Platz legen. In jedem Zimmer soll sich die stillende Mutter Merkzettel mit Stift bereitlegen oder Termine gleich im Smartphone eintragen. Zudem sei es wichtig soziale Kontakte zu pflegen, denn Verabredungen geben Gelegenheit, in Ruhe Gedanken auszutauschen. Und gesund essen: Getreideprodukte, Nüsse, Milch oder Bananen. Perfekter Gehirn-Turbo am Morgen ist und bleibe dabei das Müsli.

Den Partner mitdenken lassen

In meinen Schwangeschaften und Stillzeiten habe ich in all der Verwirrtheit der Schwangerschafts- und Stilldemenz eines gelernt: am besten einen Gang runter schalten und das Denken eine Zeitlang auch mal dem Partner überlassen. Der freut sich meist über jede Möglichkeit sich nützlich machen zu können:)

->  ZDF Volle Kanne „Die-schwangeren-Schussel

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